Kostenloser Schulweg

(Beschluss der Mitgliederversammlung der GRÜNEN JUGEND Oberfranken am 28.03.2010 in Regensburg)

Die GRÜNE JUGEND Oberfranken fordert: Der Schulweg hat kostenlos zu sein. Die eigenständige Finanzierung des Schulweges ab der 11. Klasse ist sozial ungerecht, weil dadurch für einige der Zugang zu höheren Bildungsabschlüssen durch finanzielle Hürden erschwert wird.

Erstellt am Samstag, 10. April 2010
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GRÜNE JUGEND Oberfranken: “Echte Zukunftschancen sind die beste Gewalt-Prävention”

Die CDU hat auf ihrer Klausurtagung Anfang des Jahres härtere Jugendstrafen gefordert. Ministerpräsident Beckstein unterstützt die Forderung. Nun meldet sich die GRÜNE JUGEND Oberfranken zu Wort und fordert mehr Anstrengungen auf kommunaler Ebene und sieht in den Unionsvorschlägen ein Eingeständnis einer gescheiterten Bildungs- und Integrationspolitik.

“Mit höheren Haftstrafen werden Gewalttaten nicht verhindert. Die Union diskutiert darüber was nach einer Straftat passieren soll. Die Gesetze sind unserer Meinung nach völlig ausreichend. Wir denken eher, dass sowohl CDU als auch CSU auf Länderebene mit ihrer Politik des Aussiebens Menschen ausgrenzt und somit Gewalt provoziert”, so Stephan Clemens, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Oberfranken.

“Die CSU setzt auf ein selektives Bildungssystem. In Bayern verlassen ca. 10% der Jugendlichen die Schule ohne irgendeinen Abschluss, bei ausländischen Jugendlichen sind es über 20%. Wenn junge Leute eine Straftat begehen und keinen deutschen Pass besitzen, ist der Schrei nach Abschiebung groß. Wo ist da die Förderung von jungen Menschen? Härtere Strafen bekämpfen doch nicht die Ursache des Problems. Junge Menschen, die eine echte Perspektive in Deutschland haben, werden sich durch eine Straftat nicht ihr Leben verbauen. Die Perspektive verbaut ihnen die CSU mit ihrer selektiven Bildungspolitik und einer Ausweisungspolitik, die nicht auf Integration setzt!”, kritisiert Swantje Fischer, Sprecherin der GJ Oberfranken, die sich als Koordinatorin des Landesarbeitskreis Bildung der GRÜNEN JUGEND Bayern schon länger mit den Nachteilen des selektiven Bildungssystem auseinander setzt.  Fischer tritt bei den Kommunalwahlen für den Stadtrat in Lichtenfels an, Clemens in Bayreuth. Beide möchten sich dort für bessere Zukunftschancen junger Menschen einsetzen. Für benachteiligte Kinder und Jugendliche sollen gezielte Förderangebote geschaffen und für ihre Familien niederschwellige Beratungs- und Unterstützungsangebote in und außerhalb der verschiedenen Bildungseinrichtungen angeboten werden.

Erstellt am Donnerstag, 10. Januar 2008
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GRÜNE JUGEND Oberfranken fordert „Schule für alle“

Das Schuljahr neigt sich dem Ende zu. SchülerInnen wie LehrerInnen freuen sich auf ein paar Wochen Freizeit. Aber die PolitikerInnen haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht. UN-Sonderberichterstatter Munoz wartet immer noch auf die nötigen Reformen. Die GRÜNE JUGEND Oberfranken erklärt, warum das bayerische Bildungssystem vor allem im ländlichen Raum keine Zukunft hat.

„Munoz kritisiert völlig zu Recht die Ungerechtigkeit im deutschen Bildungssystem. Das in Bayern vornehmlich in Gymnasien, Realschulen, Hauptschulen und Sonderschulen gegliederte Schulsystem ist überholt. PISA hat gezeigt, dass die Länder, die auf eine längere gemeinsame Lernzeit setzen, die Nase vorne haben. Die Trennung der Schülerinnen und Schüler nach der 4. Klasse hat auch weitergehende gesellschaftliche Auswirkungen. Das Elternhaus bestimmt in Bayern aber maßgeblich über die Bildungschancen. In Bayern haben Kinder von Akademikerinnen und Akademikern eine sechsmal größere Chancen Abitur zu machen als Kinder, deren Eltern nicht studiert haben. Wo bleibt da die Gerechtigkeit?“, fragt Anna Lena Memmel, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Oberfranken, die sich bei einer „Bildungsreise“ der GRÜNEN JUGEND einen Einblick ins finnische Schulsystem verschaffen konnte.

Stephan Clemens, Sprecher der GJ Oberfranken, verdeutlicht, weshalb nicht nur soziale Gründe für eine „Schule für alle“ sprechen: „Im ländlichen Raum gibt es zusätzliche Probleme. Das gegliederte Schulsystem verlängert die Schulwege, da für jede Schule ausreichend Schülerinnen und Schüler vorhanden sein müssen. Dadurch wird den SchülerInnen ein Teil ihrer Freizeit genommen und es verursacht vor allem auch zusätzliche Treibhausgase. Bei rückläufigen Geburtenzahlen ist es nur eine Frage der Zeit, bis weitere ‘Dorfschulen’ dicht machen müssen. Das kann sich ändern, wenn der politische Wille der Regierung dazu da wäre.“ Bereits im letzten Jahr hat der oberfränkische LehrerInnentag der bayerischen Bildungspolitik in Sachen Förderung von schwächeren SchülerInnen ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Der oberfränkische Bezirksvorsitzende des BLLV Bauer sprach damals klare Worte: „Wir sind Weltmeister im Sortieren. In keinem anderen Land ist der Zusammenhang zwischen Schullaufbahn/Schulerfolg und sozialer Herkunft größer als in Bayern!“ Clemens erläutert deshalb die Position der Jugendorganisation von Bündnis90/Die GRÜNEN: „Die GRÜNE JUGEND fordert eine ‘Schule für alle’, in der alle Schülerinnen und Schüler mindestens bis zur 9. Klasse gemeinsam lernen. Nur ein solch radikaler Wechsel im System wäre sozial gerecht und nebenbei vor allem im ländlichen Raum ökologisch sinnvoll.“

Erstellt am Donnerstag, 26. Juli 2007
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