KULMBACH – Etwa 50 DemonstrantInnen hatten sich am 1. Dezember in Melkendorf bei Kulmbach versammelt, um gegen die Nazi-Veranstaltung im Rahmen der Rede des NPD-Vorsitzenden Udo Voigt im Gasthaus „Lindenhof” zu protestieren.
Die bunt zusammengewürfelte Demonstrantengruppe, darunter auch viele Einwohnerinnen und Einwohner Melkendorfs, die ihre Ortschaft keinen Falls „dem braunen Dreck” überlassen wollten, hieß die anreisenden Rechten lauthals mit Parolen, Tröten und Bannern willkommen. Lediglich einer der Rechtsradikalen wagte es sich der wütenden Menge entgegenzustellen. Als sich ihm bildlich einige der DemonstrantInnen von der linken Seite näherten, um ihn mit buntem Konfetti zu dekorieren, wurde dieser sofort handgreiflich. Die Polizei schaffte es jedoch die Kämpfenden in Sekundenschnelle zu trennen. „Dieser Vorfall ist ein Paradebeispiel für die menschenverachtende Haltung der NPD, die anstatt von Worten gleich zu dem äußersten Mittel, der Gewalt, greift“, erklärt Stephan Clemens, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Oberfranken, den Zwischenfall.
Die GRÜNE JUGEND Oberfranken beteiligte sich an der Demonstration mit einem Laternenumzug unter dem Motto „Auf dass den Nazis ein Licht aufgehe!”.
Ich geh’ mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir,
da drinnen tagen die Nazis,
darum protestieren wir hier,
wir gehen nicht weg,
hat keinen Zweck,
Rabimmel, rabammel, rabumm!
Die Sprecherin Anna-Lena Memmel kritisierte die Haltung der Betreiber des „Lindenhofes“: „Genauso schlimm wie rechtsgerichtete Gastwirte, die Lokale betreiben, finde ich Gastwirte, die über ihre Profitgier ihre soziale Verantwortung vergessen und es so sogar Parteien wie der NPD ermöglichen, in ihrem Hause Treffen abzuhalten.” Weiterhin ruft sie zum Boykott eben solcher Lokale auf.
Durch das Engagement aller TeilnehmerInnen wurde die Demonstration zum Erfolg und zu einem deutlichen Zeichen gegen Rechts.