GRÜNE JUGEND Oberfranken solidarisiert sich mit allen Besetzer_innen

Die GRÜNE JUGEND Oberfranken hatte sich bereits mit den Besetzer_innen der Hochschule Coburg solidarisch erklärt. Nachdem in den letzten Tagen die Uni Bamberg sowie die Uni Bayreuth besetzt wurden, erweitert die GRÜNE JUGEND Oberfranken jetzt ihre Solidaritätsbekundung mit allen Besetzer_innen in Oberfranken und darüber hinaus:

“Wir unterstützen die Besetzungen an allen oberfränkischen Universitäten und Hochschulen und freuen uns, dass in fast allen Universitäten in Bayern bereits in besetzten Hörsäälen über Bildungspolitik und Auswege aus der ohne Veränderungen bevorstehenden Bildungskrise diskutiert wird”, erklärt Isabel Schmuck, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Oberfranken. Weiterlesen »

Erstellt am Dienstag, 24. November 2009
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GRÜNE JUGEND Oberfranken fordert „Schule für alle“

Das Schuljahr neigt sich dem Ende zu. SchülerInnen wie LehrerInnen freuen sich auf ein paar Wochen Freizeit. Aber die PolitikerInnen haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht. UN-Sonderberichterstatter Munoz wartet immer noch auf die nötigen Reformen. Die GRÜNE JUGEND Oberfranken erklärt, warum das bayerische Bildungssystem vor allem im ländlichen Raum keine Zukunft hat.

„Munoz kritisiert völlig zu Recht die Ungerechtigkeit im deutschen Bildungssystem. Das in Bayern vornehmlich in Gymnasien, Realschulen, Hauptschulen und Sonderschulen gegliederte Schulsystem ist überholt. PISA hat gezeigt, dass die Länder, die auf eine längere gemeinsame Lernzeit setzen, die Nase vorne haben. Die Trennung der Schülerinnen und Schüler nach der 4. Klasse hat auch weitergehende gesellschaftliche Auswirkungen. Das Elternhaus bestimmt in Bayern aber maßgeblich über die Bildungschancen. In Bayern haben Kinder von Akademikerinnen und Akademikern eine sechsmal größere Chancen Abitur zu machen als Kinder, deren Eltern nicht studiert haben. Wo bleibt da die Gerechtigkeit?“, fragt Anna Lena Memmel, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Oberfranken, die sich bei einer „Bildungsreise“ der GRÜNEN JUGEND einen Einblick ins finnische Schulsystem verschaffen konnte.

Stephan Clemens, Sprecher der GJ Oberfranken, verdeutlicht, weshalb nicht nur soziale Gründe für eine „Schule für alle“ sprechen: „Im ländlichen Raum gibt es zusätzliche Probleme. Das gegliederte Schulsystem verlängert die Schulwege, da für jede Schule ausreichend Schülerinnen und Schüler vorhanden sein müssen. Dadurch wird den SchülerInnen ein Teil ihrer Freizeit genommen und es verursacht vor allem auch zusätzliche Treibhausgase. Bei rückläufigen Geburtenzahlen ist es nur eine Frage der Zeit, bis weitere ‘Dorfschulen’ dicht machen müssen. Das kann sich ändern, wenn der politische Wille der Regierung dazu da wäre.“ Bereits im letzten Jahr hat der oberfränkische LehrerInnentag der bayerischen Bildungspolitik in Sachen Förderung von schwächeren SchülerInnen ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Der oberfränkische Bezirksvorsitzende des BLLV Bauer sprach damals klare Worte: „Wir sind Weltmeister im Sortieren. In keinem anderen Land ist der Zusammenhang zwischen Schullaufbahn/Schulerfolg und sozialer Herkunft größer als in Bayern!“ Clemens erläutert deshalb die Position der Jugendorganisation von Bündnis90/Die GRÜNEN: „Die GRÜNE JUGEND fordert eine ‘Schule für alle’, in der alle Schülerinnen und Schüler mindestens bis zur 9. Klasse gemeinsam lernen. Nur ein solch radikaler Wechsel im System wäre sozial gerecht und nebenbei vor allem im ländlichen Raum ökologisch sinnvoll.“

Erstellt am Donnerstag, 26. Juli 2007
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