Für ein attraktives Mobilitätskonzept für Oberfranken

(Beschluss der GRÜNEN JUGEND Oberfranken auf der Mitgliederversammlung am 26.11.2006 in Michelau)

Oberfranken ist ein Flächenbezirk, dies bedeutet lange Wege und aufgrund geringer Bevölkerung in den ländlichen Bereichen sehr oft eine schlechte Anbindung an öffentlichen Personennahverkehr. Jedoch sind nicht nur in ländlichen Bereichen Defizite festzustellen, sondern auch in Städten mangelt es oftmals an einem attraktiven Gesamtkonzept.

Mobil vor Ort
Gerade beim Busverkehr ist das Anfahren von kleiner Ortschaften für Busunternehmen nicht rentabel, so dass die Taktung verlängert und Routen doch eher an größere Ortschaften vorbei führen. Menschen, die in kleineren Orten wohnen, können meist nur mit einem eigenen PKW mobil sein.

Sicherlich ist eine flächendeckende Versorgung durch den ÖPNV nur schwer möglich, jedoch können durch Förderung von einigen Maßnahmen die Fahrtenanzahl verringert und Zeit gespart werden. Es braucht dafür nicht unbedingt immer staatlicher Maßnahmen, sondern auch der Zusammenschluss zu Fahrgemeinschaften oder Einkaufsgemeinschaften kann einige Fahrten einsparen und gleichzeitig durch das Ausbleiben von Mehrfachfahrten zur Reduktion der Treibhausgase beitragen.

Aber auch der Staat steht in der Pflicht unnötiger Fahrerei attraktive Angebote entgegenzustellen und alternative Konzepte, beispielsweise Car-sharing, zu fördern, denn nicht jeder Mensch muss ein eigenes Auto besitzen um mobil zu sein.

Oftmals sehen Jugendliche aber keine andere Möglichkeit ohne eigenes Auto mobil zu bleiben. Gerade im Hinblick auf “Disko-Unfälle” sollte sich die Politik für diese Zielgruppe stärker engagieren. Hierbei ist das Fifty-Fifty-Projekt aus dem Landkreis Lichtenfels eine interessante Option.

Fifty/Fifty-Projekt

Regeln:

  1. Jugendliche und junge Erwachsene müssen im Alter zwischen 16 und 27 Jahre sein
  2. Er/Sie muss im Landkreis Lichtenfels wohnen und gemeldet sein
  3. Start und Ziel der Fahrt muss im Landkreis Lichtenfels sein (Fahrten außerhalb werden nicht bezuschusst)
  4. Es muss das nächstgelegene Taxi-/Busunternehmen mit der Fahrt beauftragt werden.
  5. Die Berechtigungskarte gilt für Fahrten, die in der Nacht von Freitag auf Samstag oder von Samstag auf Sonntag oder an Vorabenden zu gesetzlichen Feiertagen einschl. Maria Himmelfahrt zwischen 19 Uhr und 5 Uhr begonnen werden.
  6. Berechtigungskarte und Personalausweis/Reisepass müssen vor Fahrtantritt im Taxi vorgelegt werden.
  7. Die Fahrt muss durch Unterschrift des Fahrgastes auf dem FahrerInnenbogen im Taxi quittiert werden.

Fifty-Fifty-Projekt für ganz Oberfranken
Die Idee des Fifty-Fifty-Projektes muss weitergetragen werden. Die GRÜNE JUGEND Oberfranken spricht sich daher für die flächendeckende Einführung des Fifty-Fifty-Projektes für ganz Oberfranken aus.

Bahnfahren attraktiver machen
Bahnfahren innerhalb Oberfrankens ist nicht attraktiv. Die Verbindungen sind langsam, teilweise mit sehr vielen Umstiegen verbunden und unfreundliche BahnmitarbeiterInnen führen dazu, dass viele VerbraucherInnen die Bahn nicht mehr als Alternative zum Auto ansehen.

Dies muss sich ändern. Die Verbindungen müssen schneller werden und die MitarbeiterInnen müssen freundlicher werden.

Die GRÜNE JUGEND Oberfranken fordert daher eine Freundlichkeits- und Kompetenzschulung für BahnmitarbeiterInnen

  • v.a. bei komplizierten Umsteigeverfahren und Zugteilungen muss mehr Verständnis ggü. unerfahrenen Bahnreisenden entgegengebracht werden
  • da es auch Bahnreisende gibt, die nicht so häufig “bahnen” sollten Schalter weiterhin (kompetent) besetzt werden
  • insbesondere älteren Menschen bereitet die Bedienung der Automaten Probleme; gerade deshalb sollte in ländlichen Gebieten der Verkauf von Fahrkarten ohne Aufschlag in den Zügen wieder zur Regel werden

Um konsequenten Schutz für NichtraucherInnen zu gewährleisten, fordert die GRÜNE JUGEND Oberfranken durchweg rauchfreie Züge, da eine Durchmischung durch geöffnete Türen sich meist nicht vermeiden lässt.

Da die Ölreserven auf lange Sicht nicht mehr ausreichen werden und mittelfristig mit erheblichen Preissteigerungen zu rechnen ist, sollte sich die DB AG im Klaren sein, dass Dieselzüge ein Auslaufmodell sind. Deshalb muss frühzeitig eine Elektrifizierung der Strecken erfolgen.

Um die im Moment bestehenden langsamen Verbindungen für die KundInnen besser verkaufen zu können, fordert die GRÜNE JUGEND Oberfranken ein Oberfranken-Ticket, welches wie das Bayern-Ticket konzipiert ist, jedoch nur für den Regierungsbezirk Oberfranken gilt und 14 Euro als Gruppenticket und 8 Euro für Einzelpersonen kostet. Durch eine flächendeckene Einführung von Bezirks-Tickets in allen Regierungsbezirken könnte so die Fahrt durch zwei Regierungsbezirke ein bisschen günstiger werden und bei Fahrten innerhalb des Bezirks die Bahn zu anderen Verkehrsmitteln konkurrenzfähiger werden.

Ein Kommentar zu “Für ein attraktives Mobilitätskonzept für Oberfranken”

  1. GRÜNE JUGEND Oberfranken wählt auf Mitgliederversammlung neuen Vorstand - GJ Oberfranken - Bamberg | Bayreuth | Coburg | Forchheim schreibt:

    [...] GRÜNE JUGEND Oberfranken fordert eine Ausweitung der Mittel für den „Kampf gegen Rechts“ Für ein attraktives Mobilitätskonzept für Oberfranken [...]

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